Folge 77 - Die Midterm-Elections in den USA
Shownotes
Michael Schulte ist seit über 25 Jahren in der Finanzbranche als Berater tätig. Seine Spezialität ist die "Investment-Rente", eine Weiterentwicklung der Dividenden-Strategie, nach der viele sicherheitsorientierte und konservative Anleger ihr Geld anlegen. In seinem Podcast "Plötzlich Geld! …?" stellt er seinen Hörern das Wissen aus seiner langjährigen Tätigkeit zur Verfügung und erläutert Anlegern, wie sie ihr Geld substanzerhaltend anlegen und trotzdem aus diesem Vermögen eine regelmäßige Rente beziehen können - ganz ähnlich einer vermieteten Immobilie, bei der man monatliche Mietzahlungen erhält und so seine Rente verbessern kann.
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00:00:00: Ja, nach einigen Wochen melde ich mich zurück.
00:00:26: Ist schon ganz schön lange her dass ich mal den letzten Podcast gemacht habe.
00:00:29: Ich sehe das es fast sechs Wochen waren und jetzt gab's gestern natürlich einen Ereignis das mich motiviert hat mich mal wieder vor das Mikrofon zu setzen Und zwar haben gestern die Midterm Elections oder auf Deutsch die Zwischenwahlen in den USA stattgefunden.
00:00:46: Die sind ja doch schon lange erwartet worden, weil es schon spannend ist ob President Trump seine Republikaner weiter in beiden Kammern des Kongresses behalten kann.
00:00:58: Er wurde abgestraft das wissen wir jetzt heute und das Gute ist dass es sehr eindeutig war so dass die Wahl tatsächlich klar ausgefallen ist, dass es bei Trump gar nicht mal den Versuch gab das Ergebnis zu bestreiten.
00:01:16: Er hat also sofort gesagt okay ich gratuliere den Demokraten Ich erkenne die Wahl an!
00:01:21: Das ist nicht selbstverständlich denn das war ja eine große Angst, dass er tatsächlich sagt nein ich akzeptier das nicht.
00:01:28: Ich will, dass die Republikaner weiter in beiden Kammern des Kongresses die Mehrheit haben und er hätte das ja teilweise sogar einfach durchsetzen, mit Gewalt durchsetzten können indem er die neuen Abgeordneten nicht reinlässt.
00:01:43: Das gab tatsächlich Szenarien die das heraufwurscht wurden haben.
00:01:46: Gott sei Dank ist es nicht dazu gekommen.
00:01:48: also Trump erkennt die Warn an alles gut.
00:01:52: Der zweite Grund warum das Ergebnis positiv ist und die Mehrheitsverhältnisse so eindeutig sind das ist die Tatsache dass es manchmal bei Midterm Elections doch knapp ist Und dann wochenlang Unklarheit über die Sitzverteilung entsteht.
00:02:06: Man weiß also gar nicht so richtig, wer hat denn jetzt die Mehrheit?
00:02:09: Das ist diesmal nicht so.
00:02:11: wir wissen schon am Tag nach der Wahl dass in beiden Häusern des Kongresses sowohl im Senat als auch im Repräsentantenhaus Die Demokraten mit Abstand die Mehrheiten haben werden sodass diese Unsicherheit nicht da ist.
00:02:26: und das ist ja auch etwas was ich immer schon gesagt habe die Börsen hassen nichts So sehr wie unsicherheit.
00:02:36: Es ist gar nicht so schlimm, wenn die Neuigkeiten schlecht sind.
00:02:39: Aber wenn es nicht klar ist ob es gut oder schlecht wird dann gehen die Kurse runter und das haben wir eben gesehen dass in diesem Fall... ...das Ergebnis sehr klar ist und das hat sich dann auch in den Kursen gezeigt denn wenn ich diesen Podcast aufnehme dann ist es abend.
00:02:54: das heißt es haben in den USA schon die Börsen geöffnet Und der S&P-Fünfhundert hat gleich mit einem Kurssprung von knapp zwei Prozent geöffnet und auch der MSCI Worldtiger zu seventy fünf Prozent aus US Aktien besteht, ist um knapp zwei Prozent gestiegen.
00:03:11: So sechs einen Prozent ging es im MSCI world hoch.
00:03:16: Das ist also die erste Reaktion, die tatsächlich sprunghaft erfolgt ist bei den Eröffnungen.
00:03:22: Und das darf man also ruhig als Reaktionen auf die Mittermwahlen ansehen.
00:03:28: Ich wollte heute auf jeden Fall nochmal erklären, was das überhaupt bedeutet.
00:03:32: Diese Mitterm-Wahlen.
00:03:33: Ich muss auch zugeben dass ich selber mich immer wieder in dieses US-Wahlsystem und dieses Checks and Balances System reinarbeiten muss – ich habe das nicht im Kopf wie das funktioniert!
00:03:45: Also was ist passiert?
00:03:47: Wir haben in den USA keine Präsidentenwahl erlebt die es zwei Jahre her sondern die Midterm Elections.
00:03:53: in diesen Midterm elections wird der Kongress gewählt und der Kongress in den USA.
00:04:00: Das ist so ein bisschen was wie der Bundestag in Deutschland, also das gesetzgebende Organe der USA wobei eben der Bundestage in Deutschland nur eine Kammer hat.
00:04:12: es gibt eben nur den Bundestag.
00:04:14: daneben gibt's dem Bundesrat aber da ist eben keine Kammer sondern er isst eben einfach ne zweite Ebene.
00:04:21: bei uns und im USA sind diese beiden Institutionen zusammengefasst.
00:04:27: Also man könnte so sagen, dass der Bundestag vergleichbar ist mit dem Repräsentantenhaus.
00:04:34: Dort sitzen die Repräsentanten der einzelnen Bundesländer.
00:04:39: das heißt die großen Bundesländern wie Kalifornien zum Beispiel haben dort mehr Repräzentanten sitzen als kleinere Bundeslänger im Senat.
00:04:47: dagegen.
00:04:48: da sitzen die gleichmäßig verteilt.
00:04:55: Das heißt jedes Bundesland hat genau zwei Sitze im Senat, also da ist sich jedes Bundeslands gleichmäßig vertreten und das ist jetzt wenn man wieder eine Parallele ziehen möchte eben unser Bundesrat in dem auch die einzelnen Länder besetzt sind.
00:05:11: aber wie gesagt es ist jetzt wirklich nur damit man so ein bisschen einordnen kann was machen sie haben zum Beispiel nicht identische Aufgaben Aber wir sehen dass war auch an Deutschland dieses System der Gewaltenteilung haben, damit eben die Macht des Bundeskanzlers bei uns – der ist vergleichbar mit dem Präsidenten in den USA – nicht unendlich ist.
00:05:32: Trotzdem, die Macht das Präsidenten an den USA ist deutlich höher als dieses Bundeskantlers in Deutschland.
00:05:38: Das haben wir ja gesehen, dass Trump mit seinen Decreten viele Gesetze auf den Weg gebracht hat, die gar nicht über die Kammern gelaufen sind und er hat also nicht mal seine eigenen Republikaner um Erlaubnis gefragt für seine Gesetze, sondern er hat das einfach per Dekret verochen.
00:05:55: Das geht in den USA nur bei Gesetzen.
00:05:59: da muss der Kongress zustimmen beziehungsweise ungekehrt.
00:06:02: Der Senat muss zustimmen und das Repräsentantenhaus beschließt die Gesetzen macht die Gesetzen also so wie wir uns auch im Bundestag die Gesitze entstehen So ist das repräsentanten Haus zuständig für die gesetze.
00:06:17: aber Das ist jetzt wieder dieses Checks and Balances System.
00:06:21: Auch das Repräsentantenhaus hat dadurch nicht die unbegrenzte Macht Gesetze auf den Weg zu bringen, denn der Präsident hat wieder ein Veto Recht!
00:06:29: Es ist also eine verzweckte Situation wenn der Präsident einen Republikaner ist und beide Häuser des Kongresses sind Demokraten.
00:06:39: Der Präsident kann nicht mehr einfach durchregieren wie er es bisher gemacht hat und die beiden Kammern des Kongresses können nicht einfach Gesetze auf den Weg bringen, wenn der Präsident sein Veto einlegt.
00:06:51: Und das hat Trump ja auch schon angekündigt, er hat gesagt... Ich werde einfach jedes Gesetz, was von den Demokraten aufgestellt wird erstmal boykottieren.
00:07:00: Ich werde mein Veto einlegen.
00:07:01: die werden also erst mal sehen er wird seine Macht ausspielen.
00:07:06: Wir werden es mal sehen dass sie nichts zu sagen haben und dann setzt Trump darauf das nach einigen Wochen Monaten Die beiden kann man Kompromiss bereit werden Also vor ihm einknicken werden Und dass man dann wieder vernünftige Politik machen können.
00:07:21: Das ist so seine Vorstellung kommuniziert hat.
00:07:25: Dass er natürlich Schuld an dem Debakel ist, das ist relativ offensichtlich.
00:07:31: Er hat ja sogar vor der Wahl gesagt wenn ihr die Wahlzettel ausfüllt dann tut bitte so als ob ich auf dem Wahlzettle stehe.
00:07:41: Nach der Wahl hat er genau das Gegenteil gesagt.
00:07:43: Der hat gesagt naja das Ergebnis ist schlecht für uns aber ich habe auch nicht selber auf einem Wahlzittel gestanden.
00:07:49: hätte ich auf den Wahlzell gestanden wären wir übergroße Gewinner geworden.
00:07:54: Ich weiß jetzt nicht genau, wie er seine Superlative da formuliert hat aber wir kennen ihn ja ist für superlative bekannt.
00:08:02: also er sieht sich nach wie vor als super beliebten Präsidenten und hat einfach keinen Blick für die Realität.
00:08:10: Statistisch interessant ist dass dieses Ergebnis keine so große Überraschung ist wie man vielleicht gedacht hätte was tatsächlich überraschend ist das das Ergebnis so eindeutig war und dass auch in beiden Kammern die Demokraten eingezogen sind, aber rein statistisch gesehen ist es tatsächlich so, dass in neunzig Prozent aller Midterm Elections der Präsident eine blutige Nase kriegt.
00:08:38: Das ist irgendwo verständlich Denn nach zwei Jahren Amtszeit des Präsidenten gibt es halt immer viele Leute, die unzufrieden sind und die dann sagen so jetzt wollen wir's ihm mal zeigen.
00:08:49: Wir wählen einfach mal die Opposition!
00:08:52: Und so ist es zu verstehen dass eben auch typisch republikanische Länder wie Texas zum Beispiel plötzlich Demokraten als Kuvernur haben.
00:09:03: Wir haben eine ganze Menge Änderungen, wir haben einen muslimischen Governor, wir haben eine Latina als Gouverneurin.
00:09:12: Wir haben eine erste Schwarze Frau als Gouvernörin.
00:09:15: also da hat sich in der ganze Menge getan und man sieht dass da wirklich viele enttäuschte Wähler jetzt gesagt haben wir wollen einfach den Republikanern ein Denkzettel verpassen Und das liegt natürlich an Trumps Politik denn er hat durch so ne Zelle dafür gesorgt Dass die Waren in den USA teurer geworden sind und er hat Durch den Krieg dafür gesorgt, dass das Öl sehr teuer geworden ist durch die Blockade der Straße von Hormuz.
00:09:45: Deswegen war dieser Ausgang der Wahl auch vorher schon absehbar.
00:09:50: also sowohl die Umfragen als auch die ganzen Wettbüros, die es in den USA gibt haben diesen Sieg vorher gesehen.
00:09:57: und wie gesagt statistisch gesehen ist es völlig normal, dass in den Midterm Elections der Präsident eins auf die Nase kriegt.
00:10:07: Was uns natürlich jetzt interessiert, ist die Frage was bedeutet das für die Börsen?
00:10:13: Also erst mal eins ganz ganz wichtig und das habe ich auch schon sehr häufig gesagt.
00:10:19: Es gibt diesen alten Spruch Die bürsenweisheit politische börsen haben kurze Beine.
00:10:25: Letztendlich werden Aktienkurse nicht durch die Politik gemacht Auch wenn es einige Verschwörungstheoretiker gibt, die der andere Meinung sind.
00:10:34: Nein tatsächlich spiegeln die Börsenkurse, die Gewinnentwicklung der Unternehmen wieder.
00:10:40: Und wie die Gewinntwicklung in der Unternehmen ist kann natürlich durch die Politik beeinflusst werden, ist aber größtenteils insgesamt gesehen weitgehend unabhängig davon.
00:10:52: Man kann also nicht sagen dass demokratische oder republikanische Präsidenten besser für die Böse sind oder das eben ein Kongress- oder das Repräsentantenhaus oder Senat darüber entscheidet.
00:11:05: Börse funktioniert, das sind ganz andere Mechanismen.
00:11:09: Deshalb wir sollten uns ganz entspannt zurücklehnen.
00:11:12: Statistisch auch mal wieder nachgeguckt ist es tatsächlich so dass nach den Midterm Elections die nächsten zwölf Monate sogar relativ gute Börsen Monate werden, wie gesagt reine Statistik.
00:11:24: Da gibt es jetzt keinen fundamentalen Grund für vielleicht so eine Art Optimismus dass es jetzt alles besser wird.
00:11:31: das hat aber mehr mit Psychologie zu tun und nicht damit dass die Unternehmen tatsächlich plötzlich fundamental besser bewertet sein würden.
00:11:39: also man sollte sich dafür hüten und das ist auch das was die meisten Volkswürte und Formanager sagen, man sollte nicht diesen Presse-Rummel nachgeben.
00:11:50: Man sollte sich nicht verrückt machen lassen und denken das jetzt plötzlich die Kurse abrutschen oder umgekehrt euphorisch werden und sich freuen dass es jetzt alles besser wird.
00:11:59: Nein in großen Ganzen werden diese Wahlen wenig Einfluss auf die Kursentwicklung haben aber es gibt natürlich einige Folgen der Politik und der jetzt veränderten Politik, die für einige Branchen durchaus Folgen haben wählen.
00:12:18: Also als erstes möchte ich die Technologiebranche nennen.
00:12:21: Ich warne ja schon einige Zeit von einer möglichen Korrektur – ich hüte mich immer das Wort Crash in den Mund zu nehmen!
00:12:28: Jetzt habe ich es getan aber glaube nicht an einen Crash.
00:12:31: Ich glaube eine Korrektor ist auch tatsächlich überfällig und die erleben wir auch im Bereich der Technologienbranche.
00:12:37: gerade Die Technologiebranche könnte durch die Demokraten stärker reguliert werden, denn die Demokraten wollen sich für Regulierung einsetzen und damit auf die Kurzentwicklung und kurzfristig jedenfalls gerade die KI-Unternehmen drücken.
00:12:58: Ein zweiter Punkt könnte die Energiebranche sein.
00:13:02: wir könnten also eine Verschiebungen hin zu erneuerbaren Energien sehen.
00:13:08: Trump hat das ja komplett abgedreht und hat sich gegen Erneuerbare Energien und grünen Strom gestellt, und das könnte jetzt unter den Demokraten sich wieder ändern.
00:13:19: Auch die Rüstungsindustrie könnte betroffen sein.
00:13:21: also wenn sich die Prioritäten bei den Verteidigungsausgaben in der Außenpolitik verändern dann könnte das starke Auswirkungen haben, denn da hat das Repräsentantenhaus und der Senat großen Einfluss.
00:13:34: Denn die entscheiden tatsächlich über die Budgetierung oder die Fiskalpolitik.
00:13:39: Da kann Trump also nicht weitermachen wie bisher und einfach Schulden machen.
00:13:44: Da werden in Zukunft die Hände gebunden
00:13:47: sein.".
00:13:48: Das betrifft dann auch gleich den nächsten Sektor, nämlich den Finanzsektor.
00:13:51: Also Banken und Versicherungen könnten durch die Demokraten höher reguliert werden.
00:13:57: Die sind da also nicht so genädig wie die Republikaner, die diesen Sektoren eher positiv aufgeschlossen sind.
00:14:05: um es mal vorsichtig anzudeuten.
00:14:08: Wir wissen ja alle dass Trump gerade im Bereich des Finanzsektors geschafft hat seiner eigenen Familienmitglieder während er an der Macht ist, um Milliardenbeträge reicher zu machen.
00:14:22: Um nicht das böse Wort von Korruption in den Mund zu nehmen.
00:14:25: Aber genau das ist auch das wogegen die Amerikaner gerade demonstrieren und auf die Barrikaden gehen.
00:14:32: Sie sehen dass dieser Präsident und seine Familie sehr korrupt sind.
00:14:38: Das also meine Gedanken zu den Midterms.
00:14:42: Wie gesagt Die Politik macht keine Kurse.
00:14:47: Sie hat Einfluss auf die Kurse, sie hat Einfluß auf bestimmte Branchen und Sektoren.
00:14:52: Aber es wird nicht unter einen neuen Kongress der jetzt demokratisch gefärbt ist plötzlich ganz andere Regeln geben.
00:14:59: in der Wirtschaft.
00:15:00: nach wie vor sind die USA die wichtigste Volkswirtschaft der Welt.
00:15:06: Die Gewinne der Unternehmen sind für zwei tausend sechsundzwanzig extrem hoch.
00:15:12: also da ist nach wie Vor Optimismus angesagt so dass wir also auch bei den US-Kursen keinen Crash erleben werden, sondern höchstens mal nur Korrektur.
00:15:25: und wie gesagt im Technologie Sektor halte ich das für überfällig.
00:15:30: Ja mit diesem Ausblick möchte ich mich verabschieden und hoffe, dass sie genauso entspannt sein können wie ich es bin.
00:15:36: ansonsten freue ich mich schon aufs nächste Mal.
00:15:38: bis dahin!
00:15:39: Ihr Michael Schulte Für weitere Folgen abonnieren Sie unseren Podcast und schauen sie auf meiner Website vorbei.
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